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Traumatische Erlebnisse, wie zum Beispiel Gewalterfahrungen können langfristig nicht nur zu psychischen sondern auch zu körperlichen Erkrankungen führen. Aktuelle Studien aus den USA und Deutschland zeigen, dass Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und andere chronische Krankheiten haben.

Über die Zusammenhänge zwischen Traumatisierung und Folgeerkrankung diskutieren Experten auf der internationalen Tagung „Folgen der interpersonellen Gewalt“ vom 1. bis 3. September 2011 an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Bis zu zehn Prozent der Erwachsenen in Deutschland geben an, in ihrem Leben gewalttätige Übergriffe erlebt zu haben. Solche traumatischen Erlebnisse haben Folgen, nicht nur für die Psyche: „Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Entwicklung von chronischen körperlichen Erkrankungen durch traumatische Erfahrungen begünstigt wird“, sagt Tagungspräsident Professor Dr. med. Johannes Kruse, Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Universität Gießen.

So haben Wissenschaftler des „US Department of Veterans Affairs“ festgestellt, dass Kriegsveteranen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) deutlich häufiger an einer koronaren Herzerkrankung (KHK) leiden als Veteranen ohne PTBS. Bei 76 Prozent der Veteranen mit PTBS konnten die Forscher so genannten Koronarkalk, einen Risikomarker für zukünftige Herzinfarkte nachweisen. Bei den nicht-traumatisierten Veteranen war dieser bei 59 Prozent der Fall. Die gemessenen Werte lagen bei den PTBS-Erkrankten um durchschnittlich 25 Prozent höher als bei der Vergleichsgruppe.

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