Quelle: Uwe Klössing, Werdewelt GmbH  / Bildttext: Marcell Engel verfügt über viele Erfahrungen im Bereich von Epidemien und Pandemien.

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Das ist hart.
Wir selbst machen unter anderem die Erfahrung, dass die ersten Kunden ihre Rechnungen nicht mehr zahlen. Was mich besonders betroffen macht, sind die Einzelschicksale, die sich in unserem Kundenkreis befinden. Wir hatten Anrufer, die hofften, dass wenn wir ihre Läden desinfizieren, das Geschäft wieder in Gang kommt. Für sie ist die momentane Situation eine Katastrophe. Etliche meiner Kunden, die wir während des ersten Lockdowns betreuten, sind am Ende und können ihre geschäftliche Existenz kaum oder gar nicht mehr aufrechthalten. Zehn haben zwischenzeitlich bereits kapituliert. Wir hatten Kunden, die erst anriefen, um sich beraten lassen. Und am Ende mussten wir als Tatortreiniger anrücken. Sie haben Suizid begangen. In drei Fällen waren wir damit konfrontiert.
Ein Trost ist indes, dass bei vielen in dieser Zeit aber auch eine Rückbesinnung stattfindet. Solidarität ist spürbar - trotz der Sorgen und Zukunftsängste, die viele gerade plagen."

Wirkt sich dies auf Ihre Geschäftstätigkeit aus?

"Die Pandemie hat sich grundsätzlich auf unsere Geschäftstätigkeit ausgewirkt. Davor betrug der Anteil der Aufträge von reinen Desinfektionen rund fünf bis acht Prozent, heute sind es 50 Prozent. Tagtäglich kommen zahlreiche Anfragen von besorgten Menschen. Aktuell stehen 14 Großaufträge an. Was sich aber vor allem verändert hat, ist, dass wir neben unserer Arbeit häufig zu Ratgebern und Tröstern werden.

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