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Durch die Einführung mobiler Praxisassistentinnen werden funktionierende Strukturen in der pflegerischen Versorgung zerstört“, warnt Becker. Derartige Modellprojekte seien eine staatlich subventionierte Konkurrenz zu etablierten Pflegediensten. Durch die Einschränkung der Tätigkeitsbereiche und des Auftragsvolumens ambulanter Dienste werden diese wirtschaftlich bedroht. „Die in Sachsen-Anhalt vorhandenen Pflegedienste und Sozialstationen sind in der Lage, aus dem Stand heraus mehr Leistungen zu erbringen – aber sie dürfen dies schlichtweg nicht, weil die dafür notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen fehlen“, resümiert Becker.

Statt in teure und uneffektive Parallelstrukturen zu investieren sollte das Land besser auf eine zukunftsfähige Lösung zur Sicherstellung einer wohnortnahen Versorgung setzen: Die Ausweitung des Kompetenzbereichs professioneller Pflegedienste.“ Diese müssten in die Lage versetzt werden, etwa im Bereich der pflegerischen Prophylaxen eigenständig den Bedarf des Hilfebedürftigen zu erheben und entsprechende Verordnungen erstellen zu dürfen. Durch diese geänderten Zuständigkeitsverteilungen könnte einer drohenden Versorgungslücke in Regionen mit ärztlicher Unterversorgung effektiv begegnet werden. Gleichzeitig würden dadurch der Verwaltungsapparat verschlankt und Kosten eingespart.

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