Seiten

Trotz steigender Pflegeausgaben sinkt der Anteil für medizinische Rehabilitation. Um dem entgegenzuwirken und damit die Lebenssituation von hunderttausenden Menschen zu verbessern macht der BDPK der Bundesregierung konkrete Reform-Vorschläge. Die hierzu vom BDPK herausgegebene Presse-Mitteilung und die Gesetzes-Vorschläge mit dem Titel "Qualifizierte Rehabilitation stärken" können Sie am Ende dieser Seite herunterladen.

Angesicht der vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) vergangene Woche vorgestellten besorgniserregenden Ausgabenentwicklung in der Pflegeversicherung sieht der BDPK die moralische Pflicht und die ökonomische Notwendigkeit für eine Modifizierung geltender Sozialgesetze. Vor allem eine konsequente Umsetzung des bereits gesetzlich verankerten Grundsatzes Reha vor Pflege trägt nach Darstellung des Verbandes dazu bei, hunderttausenden Menschen ein weitgehend von fremder Hilfe unabhängiges Leben zu ermöglichen und gleichzeitig die öffentlichen Kassen langfristig zu entlasten.

Nach dem neuesten vom BMG vorgelegten Finanzbericht sind die Leistungsausgaben für Pflegebedürftige in den vergangenen zehn Jahren um rund 30 Prozent auf 20,3 Mrd. Euro gestiegen. Allerdings steht die große Pflegewelle erst noch bevor, denn der Anteil der 80-Jährigen und Älteren wird in den nächsten Jahren stark zunehmen und sich bis 2050 sogar verdreifachen. Dennoch ist der Anteil der Krankenkassen-Ausgaben für medizinische Reha-Leistungen stark rückläufig: seit dem Jahr 2000 sank der Reha-Anteil um fast die Hälfte und beträgt jetzt nur noch ein Prozent des Gesamtvolumens.

Anzeige


 

Allein der jährliche Zuwachs bei den Pflegekosten ist annähernd so hoch wie die jährlichen Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für medizinische Rehabilitation. „Das ist genauso, als würde die Feuerwehr bei einem Brandeinsatz Wasser sparen,“ meint dazu BDPK-Hauptgeschäftsführer Thomas Bublitz. Es sei durch zahlreiche Studien belegt, dass durch eine qualifizierte medizinische Rehabilitation die Pflegebedürftigkeit vermieden oder zumindest um Monate, wenn nicht Jahre hinausgeschoben werden könnte. Dennoch werden, so Bublitz, nach wie vor viele Menschen ohne mögliche Intervention ihrer Krankenkasse an die Pflegeversicherung abgeschoben, weil diese nach der bestehenden Gesetzeslage im eigenen Sinne unwirtschaftlich handelt, wenn sie mehr in Leistungen zur Vermeidung von Pflege investiert. „Um diese Diskrepanz zwischen Gewolltem und Erreichtem zu beseitigen, muss durch entsprechende gesetzliche Änderungen ein Finanzausgleich zwischen Kranken- und Pflegeversicherung geschaffen werden, der den Krankenkassen finanzielle Anreize für vermiedene Pflegebedürftigkeit gibt“, fordert deshalb  der BDPK-Hauptgeschäftsführer.

Wie die notwendigen Änderungen im Sozialgesetzbuch formuliert und umgesetzt werden könnten,  hat der BDPK in einer konkreten Gesetzesvorlage dargestellt, die an die Vertreter der Bundesregierung sowie der Bundesministerien für Gesundheit und Arbeit und Soziales übersandt wurde. Das Papier behandelt insgesamt sechs Themenfelder, zu denen neben der Umsetzung Grundsatzes „Reha vor Pflege“ Empfehlungen gegeben werden: die Schaffung von „Grundlagen für einen fairen und qualitätsorientierten Vertragswettbewerb zwischen Krankenkassen und Reha-Kliniken“, die „bedarfsgerechte Ausgestaltung des Zugangs zur medizinischen Rehabilitation“, die Sicherstellung der „Vertragsärztlichen Versorgung in unterversorgten Gebieten mit Rehabilitationseinrichtungen“, die „Finanzierung der Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte in Rehabilitationseinrichtungen“ und die „Berücksichtigung des Versorgungsbedarfs chronisch kranker Menschen“.

Das BDPK-Papier mit dem Titel „Qualifizierte Rehabilitation stärken“ können Sie hier herunterladen:

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv