Mit 340 Zivildienstleistenden der Geburtsjahrgänge 1937/1938 begann im April 1961 in Deutschland das Zeitalter des zivilen Ersatzdienstes. In Spitzenzeiten gingen im Jahresdurchschnitt mehr als 137.000 Zivis dem Personal in Krankenhäusern, Alten- und Kinderheimen oder bei der Behindertenbetreuung zur Hand. Doch seit 1998 gibt es immer weniger dieser Helfer, im März waren es nicht einmal 50.000 – und zumindest formal betrachtet verschwinden die Zivis bald ganz.

Ab Juli dieses Jahres ersetzt der sogenannte Freiwilligendienst den Zivildienst. Ganz unerwartet kommt das Ende nicht, schließlich gab es von verschiedenen Seiten seit längerem Kritik. Besonders die mangelnde Wehrgerechtigkeit wurde allgemein beklagt, denn nach Schätzungen der Bundeswehr leisteten zuletzt nur noch knapp 19 Prozent der Wehrfähigen ihren Dienst bei der Armee, und gut 20 Prozent wurden Zivis, während die übrigen ausgemustert wurden, Ausnahmeregelungen in Anspruch nahmen oder einfach nur „Glück“ hatten und zu keinem Dienst herangezogen wurden.

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Die Zivis waren Ökonomen noch aus einem anderen Grund ein Dorn im Auge: Zivildienstleistende waren billige Arbeitskräfte für die Wohlfahrtsverbände, private Anbieter dagegen konnten nur auf reguläre Beschäftigte zurückgreifen – kein wirklich fairer Wettbewerb. Caritas und Co. müssen nun auf den Freiwilligendienst und das freiwillige soziale Jahr bauen.

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