Absolventinnen und Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen haben zehn Jahre nach dem Examen Berufe, mit denen sie zufrieden sind und in denen sie angemessen bezahlt werden. Ihre Erwerbstätigenquote liegt bei rund 90 Prozent, die Arbeitslosenquote bei nur einem Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung der Hochschul-Informations GmbH (HIS), die den beruflichen und persönlichen Werdegang von über 5400 Hochschulabsolventen des Jahrgangs 1997 untersuchte.

Mit der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Befragung von Hochschulabsolventen zehn Jahre nach dem Examen wurde erstmals ein derart großer Zeitraum im Anschluss an ein Hochschulstudium analysiert.

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan sagte dazu am Mittwoch in Berlin: "Die jetzt vorliegende Studie zeigt sehr deutlich: Studieren lohnt sich. Gerade in Zeiten der Krise ist eine gute Ausbildung der Schlüssel für gute Berufschancen. Wir wollen mehr junge Menschen für ein Studium gewinnen. Deshalb müssen wir die Studienbedingungen konsequent weiter verbessern, um eine Studienanfängerquote von 40 Prozent eines Jahrgangs zu erreichen. Mit der BAföG-Reform, der Ausweitung des Begabtenförderung und dem Hochschulpakt haben wir dieses Ziel bereits kräftig voran gebracht. Die Neuordnung der Studienplatzvergabe und die Neuauflage des Hochschulpaktes sind die entscheidenden Schritte, die wir jetzt tun müssen."

Die Absolventenbefragung ergab, dass die Quote der Erwerbstätigen auf einem hohen Niveau liegt: 91 Prozent der Fachhochschul- und 89 Prozent der Universitätsabsolventen sind nach zehn Jahren erwerbstätig. Ihre Erwerbstätigenquote liegt damit deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Erfolgreicher Berufsverlauf und Familie müssen dabei keine Gegensätze darstellen. 60 Prozent der Hochschulabsolventinnen und -

absolventen haben zehn Jahre nach ihrem Examen Kinder. Dieser Anteil dürfte noch weiter ansteigen, denn immerhin wünschen sich rund die Hälfte der bisher Kinderlosen Nachwuchs.

Sehr markant ist vor allem die niedrige Arbeitslosen-Quote: sie betrifft lediglich ein Prozent der Befragten und ist zudem in der Regel nur ein Übergangsphänomen. Arbeitslosigkeit tritt meistens direkt nach dem Studium oder nach einer weiteren Ausbildungsphase - etwa dem Referendariat bei Lehrerinnen und Lehrern - ein. Auch befristete Arbeitsverträge oder Beschäftigungen unterhalb des Qualifikationsniveaus treten relativ selten auf: Fünf Prozent der Fachhochschulabsolventen und zehn Prozent der Universitätsabsolventen haben einen befristeten Arbeitsvertrag, und nur jeder Zehnte ist inadäquat beschäftigt.

Die Brutto-Jahreseinkommen sind ebenfalls vergleichsweise hoch und liegen im Durchschnitt zehn Jahre nach dem Abschluss bei rund 60 000 Euro. Allerdings zeigen sich hier deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Fachrichtungen: während Sozialpädagogen im Durchschnitt ein Jahresgehalt von 38 000 Euro erhalten, liegt das Jahreseinkommen bei Wirtschaftsingenieuren durchschnittlich bei über 100 000 Euro.

Die HIS-Studie "Aufgestiegen und erfolgreich. Ergebnisse der dritten HIS-Absolventenbefragung des Jahrgangs 1997 zehn Jahre nach dem Examen" kann unter www.his.de/ abgerufen werden.

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