Foto: photocase.comFür das zweite Konjunkturpaket planen sowohl Union als auch SPD einige Milliarden Euro für Bildungsinvestitionen ein. Eine IW-Studie zeigt, dass höhere Bildungsausgaben langfristig sogar dem Staatshaushalt zu Gute kommen würden – vorausgesetzt, die Großkoalitionäre setzen an der richtigen Stelle an.

Investitionen im Bildungsbereich – z.B. für die Renovierung maroder Schulgebäude – beleben nicht nur kurzfristig die Konjunktur. Sie würden auch langfristig die Wachstumskräfte stärken, somit die Steuereinnahmen erhöhen und deutlich mehr als die ursprünglichen Ausgaben in die Staatskasse spülen. Doch damit dies gelingt, muss das Geld sinnvoll eingesetzt werden, zum Beispiel für den Ausbau von Kindertagesstätten und Ganztagsschulen sowie für größere Kapazitäten der Hochschulen.

Obwohl bereits im frühen Kindesalter die Weichen für die Zukunft gestellt werden, sind Betreuungsplätze für unter Dreijährige rar. Gerade Kindern aus einem schwierigen sozialen Umfeld bietet eine qualifizierte Betreuung Chancen in der Schule und später im Job. Auch der Staat würde vom Ausbau der Kinderbetreuung profitieren: Je besser die Bildung der Kleinen, desto weniger muss er später für Nachqualifizierungen ausgeben. Wenn zudem Mütter häufiger eine Arbeit annehmen können, weil sie den Nachwuchs nicht mehr rund um die Uhr hüten müssen, sinkt das Risiko der Kinderarmut.

Auch deutlich später im Bildungssystem besteht Handlungsbedarf. Eine Vielzahl der Betriebe klagt über Fachkräftemangel in den sogenannten MINT-Berufen: Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker. Bessere Studienbedingungen in diesen Fächern könnten helfen, die hohe Abbrecherquote zu verringern. Auch damit ließe sich die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung erhöhen – nicht zuletzt zur Freude des dann amtierenden Finanzministers.

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