Ältere (ab 60 Jahren) verfügen über einen beachtlichen Anteil der Kaufkraft. Ihre Ausgaben betragen mit 316 Milliarden Euro jährlich fast ein Drittel der Gesamtausgaben für den privaten Konsum. Dieser Anteil wird bis 2050 nach der DIW-Studie auf 386 Milliarden Euro steigen. Das sind über 41 Prozent der Gesamtausgaben.

"Die ältere Generation ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", weiß auch Bundesministerin Ursula von der Leyen. "Bei Angeboten für mehr Komfort und Lebensqualität für Ältere besteht ein großes wirtschaftliches Potenzial." Dies werde angesichts der demografischen Entwicklung weltweit weiter an Bedeutung gewinnen." Dies zeigt: Ältere Menschen verändern den Konsum.

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Demografischer Wandel als Chance

Den demografischen Wandel als Chance begreifen: Eine Herausforderung nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa. Daher hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend dies Thema zu einem Schwerpunkt seines EU-Ratspräsidentschaftsprogramms erklärt. Dazu gehört insbesondere: die Chancen des Alters erkennen, das Erfahrungswissen Älterer nutzen, Märkte für Ältere erschließen.

Wirtschaftsfaktor Alter – "silver economy"

Zur Eröffnung des Kongresses betonte von der Leyen die Bedeutung der älteren Generation für Europa: "Ältere Menschen leisten mit ihren Erfahrungen, ihrem Engagement und ihrer Wirtschaftskraft einen wichtigen Beitrag zu Wachstum und wirtschaftlicher Entwicklung. Ältere Menschen sind ein Reichtum für unsere Gesellschaft. Sie haben Kompetenzen und Potenziale." Ältere Menschen würden gebraucht, so die Ministerin: für ein besseres Miteinander der Generationen, für wirtschaftliches Wachstum und für Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt.

Zu wenig beachtet ist bisher die "silver economy": So wird ein relativ neuer, speziell auf die Bedürfnisse Älterer zugeschnittener Markt bezeichnet. Dies wird anhand einiger konkreter Beispiele deutlich: Die über Fünfzigjährigen kaufen die Hälfte aller Gesichtskosmetika. Teure Autos werden sogar zu 80 Prozent von der "Generation 50 plus" erworben.

Hier müsse Deutschland "Trendsetter" sein, so die Ministerin. Insbesondere die Unternehmen müssten sich auf das Konsumverhalten der Älteren einstellen: "Mit der "silver economy" kann sich Europa einen wachsenden, lukrativen Markt erschließen". Denn rein rechnerisch werden Deutschlands Konsumausgaben in 2050 aufgrund der demografischen Entwicklung um sechs Prozent geringer ausfallen als 2003. Mit Ausnahme der Gesundheitspflege müssten dann alle Gütergruppen Einbußen bei den Konsumausgaben hinnehmen.

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