Vor etwa zwei Jahren stellte Peter Schneider der Öffentlichkeit eine Neuheit vor: Der Medizinprofessor von der Uni Würzburg hatte ein Gerät entwickelt, mit dem sich der Trainingszustand der Muskulatur messen lässt. Die Universität meldete die Erfindung zum Patent an - und hat sie inzwischen auch an den Mann gebracht.

Die Person, deren Muskelleistung gemessen werden soll, stellt sich auf eine Bodenplattform und vollführt dort bestimmte Körperübungen, etwa schnelle Kniebeugen. Sensoren in der Plattform registrieren die einwirkenden Kräfte, die Signale gehen an einen PC. Dort werden sie mit einer Software verarbeitet, die ebenfalls auf das Erfinder-Konto von Schneider geht. Auf diese Weise lässt sich der Trainingszustand der schnellen Muskulatur erfassen.

Die Daten sind für Mediziner interessant, denn sie liefern unter anderem Hinweise darauf, ob Gleichgewichtsstörungen zentralnervös oder muskulär bedingt sind. Außerdem geben sie Aufschluss über das Sturzrisiko: Bei etlichen Krankheiten besteht eine erhöhte Gefahr hinzufallen und sich dabei Knochen zu brechen. Das gilt zum Beispiel bei der Muskeldystrophie oder nach Schlaganfällen. In beiden Fällen werden Bizeps & Co. nicht mehr ausreichend von den Nerven stimuliert und bauen darum immer stärker ab. "Je schlechter die Muskelfunktion, desto höher das Risiko für Knochenbrüche", sagt Schneider. Denn Menschen mit mangelhafter Muskulatur können einen Sturz nicht schnell genug verhindern oder fangen ihn schlechter ab.

Die Erfindung des Würzburger Professors eignet sich aber nicht nur für Reha und Medizin. Als Ergometer hilft sie auch beim Fitness-Training. So berechnet das Gerät zum Beispiel die Muskelleistung, die jemand beim Hantelstemmen oder bei anderen Aktivitäten vollbringt. Auf diese Weise können Spitzensportler den Erfolg ihres Trainingsprogramms kontrollieren.

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