Abgebrochene Ecken, Diastemata, Zapfenzähne, Verfärbungen – So unschön die Fehlstellungen und Abnutzungsspuren am Gebiss auch sind, für den Patienten sind kosmetische Eingriffe immer unbequeme Behandlungen, die meist auch mit Schmerzen und Präparationen am gesunden Zahn verbunden sind. Oft lehnen sie daher die empfohlenen Korrekturen ab. Die Jeneric/Pentron Deutschland GmbH, eine Zahnmedizinfirma aus dem schwäbischen Kusterdingen, vertreibt seit kurzem hauchdünne Veneers, die erstmals solche Behandlungen ohne Schmerzen und vorbereitende Maßnahmen ermöglichen.

Gerade einmal 0,3 Millimeter dünn sind die aus den USA stammenden Keramikschalen maximal. Wie eine Kontaktlinse an das Auge passen sie sich exakt an die individuelle Zahnform an, sind aber dennoch so stabil und flexibel, dass sie sicher verarbeitet werden können. Einmal eingesetzt, halten sie ein Leben lang. „Die Mikroveneers lösen Probleme, für die es vorher keine Möglichkeiten gab, etwa aufgrund von komplizierten Fehlstellungen“, erklärt Dr. Peter Braunert, Zahnarzt im baden-württembergischen Kirchentellinsfurt. Korrekturen am Gebiss sind immer eine heikle Angelegenheit, für die kosmetischen Eingriffe müssen Zähne - auch gesunde - abgeschliffen oder gar gezogen werden, damit der Zahnersatz passt. „Obwohl sie mit ihrem Äußeren unzufrieden sind, entscheiden sich viele daher verständlicherweise gegen eine Korrektur“, so Braunert, der seine Patienten zum Teil schon seit Jahrzehnten betreut.

Vor etwa einem Jahr ist er auf Veneers aufmerksam geworden, die aufgrund ihres besonders dünnen Materials nur minimal-invasive Eingriffe erfordern oder Präparationen am Zahn ganz überflüssig machen. Die Mikroschalen aus Keramik sind maximal 0,3 Millimeter dick und sehr flexibel. „Für die Person bedeutet dies eine schnelle und absolut schmerzfreie Behandlung, die lediglich einmal vorgenommen werden muss“, erklärt Braunert. Seine Patienten kann er nun leichter von einem solchen Eingriff überzeugen, seit er ihnen die schmerzfreie und schonende Behandlung anbieten kann.

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Ausschlaggebend ist eine gute Kommunikation von Arzt, Patient und Techniker

„Wichtig ist, dass der Zahnarzt dem Techniker genaue Informationen über den Zustand der Zähne und die Wünsche des Patienten weitergibt“, hat Klaus Schmidt die Erfahrung gemacht. Der technische Leiter des Unternehmens Jeneric/Pentron, das die Mikroveneers Press.tige vertreibt, fertigt selbst die Keramikschalen an. Neben dem exakten Abdruck der Zähne muss der Techniker wissen, welchen Farbton der Patient haben möchte, wo der Zahn verfärbt oder beschädigt ist, wo Kronen sitzen und inwieweit die Zahnstellung verändert ist.

Oft ist auch ein Vorabdruck sinnvoll, in dem der Techniker eventuell Stellen einzeichnen kann, die minimal geschliffen werden müssen. Der nächste Schritt ist meist ein Wax-up, aus dem ein Mock-up gefertigt wird, eine Attrappe aus gegossenem Kunststoff, mit der der Patient im Vorfeld die spätere Veränderung bei sich selbst sehen kann. „90 Prozent der Personen entscheiden sich anschließend für die Veneers“, weiß Schmidt.

Das mikrokristalline Material ist sehr stabil und dennoch elastisch

Der Zahntechniker muss vor allem über Fingerspitzengefühl verfügen, da er akkurat auf ungeschliffenen Zähnen arbeiten muss. Die Press.tige-Veneers selbst lassen sich besser verarbeiten als normale Schalen, obwohl sie um ein Vielfaches dünner sind, berichtet Schmidt: „Das mikrokristalline Pressmaterial ist besonders widerstandsfähig und fest, gleichzeitig aber elastisch. Ränder lassen sich dadurch gut ausdünnen, das Material splittert oder bricht nicht.“ Auch Verfärbungen müssen in der Regel vorher nicht beseitigt werden, die Schalen kompensieren Flecken und Abnutzungen. Dauerhafte Aufhellungen sind problemlos möglich.

Für den Zahnarzt und seine medizinisch-technischen Assistenten kommt es darauf an, dass sie im Umgang mit den extrem dünnen Schalen geschult werden und genügend Erfahrungen sammeln. Die ordnungsgemäße Vorbereitung der Veneers und der Zahnoberfläche sowie das richtige Verkleben im Mund erfordern hohes Geschick und ein sicheres Hantieren mit den Materialien. Klaus Schmidt bietet daher Schulungen für Ärzte, Techniker und Assistenten an, die regelmäßig im Labor von Jeneric/Pentron in Kusterdingen oder in Praxen in der ganzen Bundesrepublik stattfinden. An einem Patienten zeigen der Zahntechniker und ein erfahrener Zahnarzt dann den Umgang mit den Veneers. Für die von der Zahnärztekammer anerkannten Kurse erhalten die Ärzte jeweils sechs Fortbildungspunkte.

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