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Das Bremer Gesundheitsprojekt »saluto« erhält den „Häusliche Pflege Innovationspreis 2010“. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“ geht alljährlich an innovative Managementideen ambulanter Pflegedienste und wurde am 9. November in Köln überreicht. „Häusliche Pflege Innovationspreis 2010“ geht an zwei Bremer Pflegedienste
Bremer Gesundheitsprojekt »saluto« ausgezeichnet

Das Bremer Gesundheitsprojekt »saluto« erhält den „Häusliche Pflege Innovationspreis 2010“. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“ geht alljährlich an innovative Managementideen ambulanter Pflegedienste und wurde am 9. November in Köln überreicht. »saluto« unterstützt mit einem wohnortnahen Gesundheitsservice ältere und alleinstehende Menschen, um ihnen ein sicheres und selbständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Dazu haben die ambulanten Pflegedienste Bremer Pflegedienst und vacances eigens die »mein zuhause« GmbH gegründet. Das Unternehmen entwickelte ein umfangreiches Gesundheitsangebot, das die kommunale Wohnungsgesellschaft Gewoba ihren älteren Mietern seit März 2010 als Service anbietet. Nachdem sich das Projekt in Bremen gut etabliert hat, ist für das kommende Jahr die Zusammenarbeit mit überregionalen Unternehmen der Wohnungswirtschaft geplant. Denn der demografische Wandel fordert auch die Wohnungsunternehmen heraus, die sich einer wachsenden Zahl älterer Mieter in Singlehaushalten gegenüber sehen, die so lange wie möglich, auch bei gesundheitlichen Einschränkungen, in der eigenen Wohnung bleiben wollen.

Als „einfaches, aber geniales Konzept gelebter Kooperation, das Versorgungslücken schließt und die Lebensqualität im Alter entscheidend verbessert“ würdigte Laudator Prof. Dr. Christian Loffing, Leiter des Kompetenzzentrums „Ressourcenorientierte Alter(n)sforschung“ an der Hochschule Niederrhein das Projekt der beiden Pflegedienste bei der Preisverleihung. Es umfasst über die häusliche Gesundheitspflege als Kernkompetenz der beiden Pflegedienste hinaus zahlreiche weitere Serviceleistungen: Ein Sozialpädagoge und eine Pflegewirtin beraten individuell in allen Fragen der Gesundheit und Vorsorge oder organisieren alles rund um einen Klinikaufenthalt. Sie unterstützen bei Anträgen für Gesundheitsleistungen und vermitteln soziale und hauswirtschaftliche Hilfen. Für diese Leistungen steht ein Netzwerk aus Dienstleistern, Ärzten und Apotheken sowie der Gesundheit Nord als Vertragspartner bereit, das das Mitarbeiter-Team als zentrale Anlaufstelle koordiniert. Vorteil für den Kunden: Alle Hilfen kommen aus einer Hand, die aufwändige Suche nach den richtigen Ansprechpartnern entfällt. Beratung und Vermittlung sind kostenlos. Erst für erbrachte Dienstleistungen entstehen Kosten.

Individuelle Hilfe in allen Lebenslagen
Im März 2010 startete das Modellprojekt in den zwei Bremer Stadtteilen Huchting und Vahr. Jetzt können sich Mieter der Gewoba aus ganz Bremen für den »saluto«-Service registrieren lassen, eine Servicekarte für einmalig fünf Euro erwerben und das Angebot rund um die Uhr, sieben Tage die Woche in Anspruch nehmen. Steht etwa für eine Mieterin ein Klinikaufenthalt bevor, wird in einem persönlichen Beratungsgespräch zunächst der individuelle Bedarf der Kundin geklärt. Auf Wunsch organisieren »saluto«-Mitarbeiter alles, was dazu gehört: die notwendigen Dokumente vom Hausarzt, die Begleitung in die Klinik und zurück nach Hause, den ehrenamtlichen Besuchsdienst oder frische Wäsche ans Klinikbett. Für die Rückkehr ist die Wohnung vorbereitet, Pflegedienst und Haushaltshilfe stehen bereit. Medikamente werden besorgt oder der nächste Arztbesuch organisiert. In Zusammenarbeit mit dem Gewoba-Servicemanagement können mögliche technische Anpassungen der Wohnung geplant und durchgeführt werden. Neben der 24-Stunden-Hotline profitieren Mieter mit Service-Karte auch von Preisvorteilen, etwa für den Hausnotruf, der in Kooperation mit der Johanniter-Unfall-Hilfe angeboten wird. „Unsere Kunden und Kundinnen wissen, dass sie nicht allein sind und bei Bedarf schnell jede Unterstützung bekommen“, erklärt Diplom-Pflegewirtin Susanne Sünderkamp das Ziel aller Maßnahmen.

Das Projekt wurde bis Oktober 2010 von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Görres durch das Institut  für Public Health und Pflegeforschung (ipp): 2009 analysierte das ipp die aktuelle Lebenssituation und Bedürfnisse der Gewoba-Mieter. Derzeit wertet das Institut Daten aus, die im Rahmen einer ersten Evaluationsstudie die Qualität des Modellprojekts weiter optimieren soll.

Die alternde Gesellschaft als Thema für die Wohnungswirtschaft
In Deutschland leben derzeit 20 Millionen Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren. Fünf Millionen sind sogar älter als 80 Jahre, bis 2050 werden es über zehn Millionen sein. Dabei steigt der Anteil alleinstehender Menschen. Weil die meisten von ihnen auch im Alter und bei eingeschränkter Gesundheit in der eigenen Wohnung leben wollen, ist der demografische Wandel auch für die Wohnungswirtschaft ein Thema.

Die Gewoba vermietet im Land Bremen 40.000 Wohnungen. Aktuell ist jeder dritte Mieter über 60 Jahre und jeder fünfte über 70 Jahre alt. Damit ist der Altersdurchschnitt der Gewoba-Kunden bereits jetzt deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Um gezielt auf die Ansprüche und besonderen Bedürfnisse ihrer älteren Mieter reagieren zu können, hat die Wohnungsgesellschaft 2008 ein Servicemanagement aufgebaut. Viele Kunden wünschen sich aber über diese Unterstützung hinaus weitere Hilfen gesundheitlicher und medizinischer Art, wie die ipp-Umfrage zeigte. Danach ist gerade das Thema Krankenhausaufenthalt für viele Alleinstehende ein einschneidendes Problem, das sie überfordert: Wie komme ich in die Klinik? Wer besucht mich dort? Wer versorgt meine Wohnung und mein Haustier? Wer kümmert sich um mich, wen ich wieder zu Hause bin?

Hier besteht ein großer Bedarf an individuellen Hilfeleistungen und ein Potenzial für neue Serviceprodukte, auf den »mein zuhause« in Kooperation mit der Gewoba mit dem Gesundheitsservice »saluto« reagiert hat. Nach erfolgreicher Pilotphase in Bremen plant »mein zuhause« für 2011 das Angebot auf ganz Bremen auszudehnen und darüber hinaus überregional zu vermarkten. Erste Verhandlungen mit  Wohnungsunternehmen aus dem Bundesgebiet laufen.

Über »mein zuhause«
Die »mein zuhause« GmbH ist ein Unternehmen der ambulanten Pflegedienste Bremer Pflegedienst GmbH und des mobilen Sozial- und Pflegedienstes vacances GmbH.

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