Praxisnetze bieten ihren Mitgliedern eine Reihe von Vorteilen. U. a. fördert eine Mitgliedschaft die Qualität der Patientenversorgung und unterstützt die Kommunikation und Kooperation mit anderen Praxen sowie mit Kliniken. Eine aktuelle Studie des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) in Düsseldorf ging der Frage nach, ob sich eine Netz-Mitgliedschaft auch auf das Praxismanagement niederschlägt, d. h. ob Netzärzte ihre Praxis anders führen als Nicht-Netzärzte.

Zur Untersuchung dieser Frage wurden die Instrumente und Regelungen der Praxisführung in hundert allgemeinärztlich tätigen Netzpraxen mit dem Management in strukturell gleichen Nicht-Netzpraxen dieser Fachgruppe verglichen.

Methodische Grundlage der Untersuchung bildete das Benchmarking-Praxisanalyse-System des Instituts (Thill, Klaus-Dieter: Das Praxisanalyse-Benchmarking-System, Norderstedt 2010, BOD-Verlag, ISBN 78-3-8391-5335-2), ein Ferndiagnose-Verfahren, mit dessen Hilfe alle Bereiche der Praxisführung – von der Planung über Organisation, Führung, Marketing bis zum Finanzmanagement, ergänzt um die Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit – detailliert aus betriebswirtschaftlicher Sicht bestimmt und verglichen werden können.

Das Ergebnis der Studie: Arztpraxen in Netzen verbessern die Qualität der Patientenversorgung, eine starke Ausrichtung auf die Netzarbeit führt aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu einer schlechten unternehmerischen Position der Mitgliedspraxen. Das ist für Netzpraxen so lange kein Problem, wie sie ihrem Verbund zugehören und fest eingebunden sind. Sollte die Netzeinbindung jedoch aus endo- oder exogenen Gründen auslaufen, haben Netzpraxen eine deutlich schlechtere Marktstellung als Praxen der Fachgruppe, die keinem Netz angehören.

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