Foto: photocase.comDer typische Wirtschaftskriminelle ist männlich, Mitte 40, deutsch, verheiratet, hoch gebildet, seit längerem Führungskraft in einem Unternehmen – und schadet diesem erheblich, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zeigt. Die durchschnittliche Schadenshöhe eines aufgedeckten Wirtschaftsdelikts beläuft sich auf 4,3 Millionen Euro und hat sich damit seit 2007 fast verdreifacht.

Die Täter mit weißem Kragen werden vor allem in Krisenzeiten aktiv – wenn ihre Karriere stockt. Rund 40 Prozent der Unternehmen erwarten daher, dass die Wirtschaftskriminalität noch weiter zunimmt, zum Beispiel die Industriespionage.

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Anzeigen und Bestrafungen müssen die Täter – insbesondere wenn es sich um Topmanager handelt – kaum fürchten. Denn aus Sorge vor negativer Publicity behalten viele Unternehmen das Problem lieber für sich. Eine pragmatische Alternative wäre daher mehr und verbesserte Prävention, zumal bisher nur 13 Prozent der Fälle durch interne Kontrollen aufgedeckt werden. Dennoch sparen viele Firmen an der Vorsorge und bekämpfen zum Beispiel Korruption nicht systematisch – etwa mit einem in die Geschäftsprozesse integrierten Wertemanagement.

In einer solchen Unternehmenskultur fördert faires Verhalten nicht nur die persönliche Karriere, sondern gleichzeitig auch die langfristigen Erfolgsaussichten des Unternehmens. Bereits in der Ausbildung der Nachwuchsmanager müsste Unternehmensethik ein Pflichtfach sein. Nur so lernen die jungen Menschen rechtzeitig, wie man richtig mit den Versuchungen des schnellen Geldes umgeht.

 

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