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Gesundheitsregionen haben ein enormes Emanzipationspotential für die kleineren Ak-teure des Gesundheitswesen (SGB-Welt) ohne staatlichen Zwang innerhalb von zentralistischen Kombinatsstrukturen. Gleichzeitig bieten Gesundheitsregionen die Chance etwas Konkretes für die Wohnbevölkerung zu tun, sichere Arbeitsplätze zu schaffen, zahlende Gäste zu gewinnen und im Einzelfall auch die Strukturentwicklung in ländlichen Regionen à la LandZukunft zu fördern.

Durch ihren Netzwerk- und Kooperationsansatz können Gesundheitsregionen zahlreiche tradierte und hemmende Grenzen und gedankliche Sackgassen aufbrechen. Typische Grenzen sind z.B.

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  • Sektorgrenzen innerhalb 1. Gesundheitsmarkt, z.B. zwischen ambulanten und stationären Anbietern.
  • Grenzen zwischen dem 1. und 2. Gesundheitsmarkt, z.B. ambulanten Ärzten, Apotheken und Heilmittelanbietern zu Wellness, Fitness, Ernährung und Sport.
  • Unterschiedliche „Augenhöhe“ zwischen Einzelunternehmern, Praxen, Kleinst- und Großunternehmen: jeder hat einen Nutzen, jeder bringt seine jeweilige Kompetenz auf Augenhöhe ein.
  • Krankheitsmarkt (Gesundheitswesen) wächst wg. der Demographie, der Gesundheitsmarkt wächst wg. dem 6. Kondratieff „Gesundheit“ in Richtung Prävention und Gesundheitsförderung.

Die Marktforscher der dostal & partner management-beratung gmbh, Vilsbiburg, haben dazu nunmehr eine aktuelle Studie mit den Umfragergebnisse von 541 Top-Entscheidern aus dem gesamten Gesundheitsmarkt einschl. Kostenträger und relevanten Zulieferunternehmen vorgelegt.

Demnach wirken Gesundheitsregionen für den gesamten Gesundheitsmarkt wie ein Think-tank für Unternehmen. Es gibt keine gedanklichen Grenzen: Ein rein auf Wissen-schaft und Forschung ausgerichtetes Netzwerk von Akteuren im Gesundheitsmarkt ist nicht besser oder schlechter als ein gesundheitstouristisches Netzwerk, eine Gesundheitsregion zur besten Versorgung der Wohnbevölkerung oder eine Gesundheitsregion mit der Zielsetzung Prävention und Gesundheitsförderung. Vielfach machen sich Gesundheitsregionen deshalb und auch aufgrund ihrer regionalen Begrenztheit (Ausnahme gesundheitstouristische Regionen) keine Konkurrenz. Eine LBL-Stadt Obernkirchen ist beispielsweise keine Konkurrenz für eine LBL-Stadt Soest.
 
Immerhin sind heute bereits in den bestehenden Gesundheitsregionen/-städten überschlägig über 6.000 Unternehmen Teilnehmer bzw. Mitglied. Dies entspricht gut jedem 100. Akteur im Gesundheitsmarkt. Zahlreiche weitere Akteure denken über Teilnahme an einer Gesundheitsregion nach. Daraus ergeben sich zusätzliche Chancen: Gesundheitsregionen haben gerade einmal eine 50% Flächenabdeckung bundesweit. Die häufigsten beiden Rechtsformen sind dabei Vereine und GmbH.

Als wichtigste Initiatoren gelten - aber nicht Betreiber - Landkreise und Kommunen: Die Initiatoren von Gesundheitsregionen/-städten sollen nach der Einschätzung von Top-Entscheidern im Gesundheitsmarkt zu 74,0% Städte/Kommunen/Bürgermeister und zu 58,7% Landkreise/Landräte sein. Nach Einschätzung von Vertretern bestehender Gesundheitsregionen/-städten steigt diese Forderung sogar auf 83,3% für Städte/Kommunen/Bürgermeister und 61,1% für Landkreise/Landräte. Dazwischen liegen auf Platz 2 mit über 70% die regionalen Tourismusgesellschaften.

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