Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat am 04. Juni in Berlin die 20 Gewinner der ersten Runde des Wettbewerbs "Gesundheitsregionen der Zukunft" ausgezeichnet. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Verantwortlichen aus medizinischer Forschung, Entwicklung und Gesundheitsversorgung einer Region zusammenzubringen und so zur Profilbildung beizutragen.

Die besten Konzepte wurden jetzt von einer Jury ausgewählt. "Die Gesundheitsregionen werden die Wirtschaftskraft stärken und die Patientenversorgung verbessern", sagte Schavan. Zu den Gewinnern zählen neben Metropolen wie Hamburg und Stuttgart auch ländliche Regionen wie Dingolfing und Ortenau/Kinzigtal. Fünf der ausgezeichneten Regionen liegen in den neuen Bundesländern. Auch inhaltlich decken die Konzepte ein breites Feld ab - von der Prävention über neue Wege zur Versorgung einer alternden Gesellschaft bis zur Entwicklung und Einsatz von Medizintechnik.

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Die Expertenjury hat die Anträge nach drei übergeordneten Kriterien bewertet:

  • Ist das Konzept so angelegt, dass herausragende Prozess- oder Produktinnovationen für das Gesundheitssystem zu erwarten sind?
  • Hat das Konzept einen ausreichenden Forschungsbezug und sind wissenschaftliche Vorarbeiten in den von der jeweiligen Gesundheitsregion benannten Innovationsfeldern vorhanden?
  • Sind die fachlichen Voraussetzungen zur Realisierung des Konzepts in der Gesundheitsregion gegeben? Sind die erforderlichen Partner eingebunden?

Der Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist mit insgesamt 40 Millionen Euro ausgestattet. Die auswählten Gesundheitsregionen erhalten für die kommenden neun Monate jeweils bis zu 100.000 Euro, um ihre Konzepte detailliert auszuarbeiten. Im nächsten Jahr wählt eine Jury daraus bis zu fünf Regionen aus, die das Bundesforschungsministerium dann vier Jahre bei der Umsetzung unterstützt.

"Wenn medizinische Innovationen schneller verbreitet und effizienter eingesetzt werden, verbessert das nicht nur deutlich die Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten. Es trägt auch dazu bei, die Kosten im Gesundheitswesen einzudämmen", sagte Schavan. Sie betonte in ihrer Rede, dass das Innovationspotenzial in der Gesundheitswirtschaft hierzulande immer noch weit unterschätzt wird.

Doch sei die Gesundheitswirtschaft die größte und weiterhin wachsende Wirtschaftsbranche in Deutschland. Jährlich würden rund 240 Milliarden Euro für Gesundheit ausgegeben. "Wir brauchen zukunftsfähige Versorgungsstrukturen und eine intensivere Verknüpfung von Forschung, Entwicklung und Verwertung innovativen medizinischen Wissens. Diesem Ziel dienen die Gesundheitsregionen", sagte Schavan. Das BMBF folge der internationalen Erfahrung, dass Innovationen im Gesundheitswesen am besten durch die regional konzentrierte Zusammenarbeit aller Akteure entlang kompletter Wertschöpfungsketten genutzt werden könnten.

 

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