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12.000 Menschen in Deutschland warten derzeit auf ein Spenderorgan. Trotz Werbekampagnen besitzt jedoch weiterhin nur ein Viertel der deutschen Bevölkerung einen Spenderausweis. Was dies zur Folge hat und warum so wenige bereit sind Organspender nach ihrem Tod zu werden, untersucht Clarine Wülbern in dem Titel ""Justified Killing" Organspenderbereitschaft in Deutschland", welcher im Juli beim GRIN Verlag in der Studylab-Reihe erscheint.

Organspende kann Leben retten. Und doch lässt die Bereitschaft zu einer Organspende in Deutschland jährlich nach. Trotz zahlreicher Info- und Werbekampagnen und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trägt nur etwa ein Viertel der Deutschen einen Spenderausweis bei sich. Immer weniger Menschen sind bereit eine definitive Entscheidung zu treffen und überlassen diese daher, im Falle ihres Todes, ihren nächsten Angehörigen. Wie kommt es zu diesem Phänomen in einem medizinisch so aufgeklärten Land? Ist es allein die Tatsache, dass sich Menschen zu ihren Lebzeiten nicht mit ihrem Tod beschäftigen möchten oder hat dies noch andere Hintergründe? "Justified Killing" untersucht genau diese Fragen und versucht eine Antwort darauf zu geben, wie man die deutsche Bevölkerung noch zugänglicher für das Thema Organspende machen könnte.

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Das Buch liefert zunächst eine allgemeine Aufklärung zur Organspende und deren Voraussetzungen. Neben dem aktuellen Forschungsstand der Transplantation werden auch die Bereitschaft zur Spende und die Skandalisierung der Organspende angesprochen. Im Speziellen geht die Autorin hier darauf ein, dass Organspende auch weiterhin ein Tabuthema für viele Menschen bleibt, dessen Abwehr erst einmal durchbrochen werden muss. Abgerundet wird das Buch durch fünf Experteninterviews, die noch genauere Antworten auf die zentrale Frage der geringen Bereitschaft zur Organspende geben.

Interessant ist  "Justified Killing" für alle, die sich einen Überblick zur Spende und zum Transplantationsgesetz verschaffen wollen. Durch die genaue Betrachtung dieses tabuisierten Themas regt es seine Leser dazu an, ihren eigenen Widerstand zu hinterfragen und sich mit diesem lebenswichtigen Thema auseinanderzusetzen.

Das Buch erscheint im Juli 2017 im GRIN Verlag (ISBN: 978-3-960-95085-1).

Bewertung: 5 / 5

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