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Der Gesamtverwaltungsanteil der physiotherapeutischen Praxen lag 2010 bei 18,5 Prozent. Davon wurden 53,4 Prozent durch die GKV verursacht. Für den Bereich der Sanitätshäuser gilt Ähnliches. Die mit 25,7 Prozent angegebenen Gesamtverwaltungsaufwendungen sind zu 41,8 Prozent systembedingt.

Ganzheitliche Optimierung des Systems vonnöten

Das deutsche Gesundheitssystem ist ein Sanierungsfall. Scheel führt aus: „Wenn jetzt nicht eingegriffen wird, so werden die jetzt schon ausgeuferten Verwaltungskosten noch weiter steigen. Wir sehen eine Reihe von Ansatzpunkten, mit deren Hilfe die Kosten gesenkt und ohne weiteren Mittelzufluss Leistungssteigerungen erzielt werden können. Vorteilhaft auf das System würde sich z.B. eine gesamthaft koordinierte Reduktion der Anzahl gesetzlicher Krankenkassen sowie die Optimierung des Verwaltungsapparats der Kassenärztlichen Vereinigungen auswirken. Außerdem ist das komplexe Portfolio an Produkten und Dienstleistungen und der damit verbundene Verwaltungsaufwand auf ein für das Gesamtsystem sinnvolles Maß zu reduzieren. Wichtig sind zudem schlanke, direkte und durchgängige Informationsströme, die Kosten sparen und Schnittstellen reduzieren.“

Zur Methodik der Studie

Ziel der Studie „Deutsches Gesundheitssystem auf dem Prüfstand – Kostenfalle Komplexität“ war es, die verdeckten Kosten für Verwaltung aufzuzeigen, die als Resultat diverser Komplexitätstreiber und der gesetzlichen Krankenkassen auf Seiten der Leistungserbringer entstehen.

Im Rahmen der Studie wurden in einer empirischen Marktforschungsanalyse im Zeitraum Juni bis August 2011 etwa 6.000 Leistungserbringer zu ihren Verwaltungsaufwänden befragt. Die Befragung umfasste Ärzte, Krankenhausärzte, Apotheker sowie Physiotherapeuten und Sanitätshäuser. Dabei wurde unterschieden zwischen Leistungserbringer-eigenen und durch die GKV verursachten Verwaltungsaufwände.

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