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Operationen möglichst in Zentren durchführen lassen

Auch aus Sicht der BARMER gibt es in den deutschen Kliniken nach wie vor ein enormes Qualitätsgefälle. „Es ist höchste Zeit für mehr Qualität im Krankenhaus. Dabei werden wir um eine stärkere Zentrenbildung an Unikliniken oder Krankenhäusern der Maximalversorgung und weitere Mindestmengen nicht herumkommen. Denn Qualität und Routine sind zwei Seiten einer Medaille“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Prof. Dr. Christoph Straub. Bestimmte Operationen sollten möglichst nur noch in einem Zentrum erfolgen, da sie dort einen besonders hohen Qualitätsstandard hätten und sicherer seien. Dies gelte etwa auch für Adipositas-Operationen, sagte Straub. So sind in einer durch die DGAV zertifizierten Klinik die Komplikationen bei einem bariatrischen Eingriff geringer als in einem herkömmlichen Krankenhaus. Auch das Sterberisiko ist um 15 Prozent reduziert. Dies hat der Report Krankenhaus der BARMER bereits im Jahr 2016 ergeben. „Für alle Operationen gilt, dass Erfahrung bekanntlich den Meister macht. Deshalb ist es immer sinnvoll, einen Eingriff dort vornehmen zu lassen, wo er nicht nur wenige Male im Jahr durchgeführt wird“, sagte Straub.

Vergleichbarkeit unter Kliniken verbessert die Qualität

Um die Sicherheit von Patienten weiter zu stärken, baut die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) seit einigen Jahren ein Dokumentationssystem auf, das chirurgische Leistungen mess- und zwischen verschiedenen Kliniken vergleichbar macht. 330 spezialisierte Organkrebszentren in Deutschland melden kontinuierlich vollzählige Datensätze ihrer Patienten an die DGAV – 75.000 sind bereits erfasst. „Die DGAV wertet diese aus und spiegelt den Kliniken dann zurück, in welchen Bereichen, zum Beispiel bei Wundinfektionen, sie im Vergleich zu anderen Kliniken Defizite haben“, erklärte Professor Stier. Mit dem System wolle die DGAV chirurgische Leistungen nicht nur transparent und vergleichbar machen, sondern gute Qualität durch Zertifikate ausweisen und fördern. „Nur die ständige Überprüfung eigener Ergebnisse und deren Vergleichbarkeit unter verschiedenen Kliniken führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Qualität“, sagte Stier. „Diese kontinuierliche, regelhafte chirurgische Qualitätskontrolle ist in Deutschland bisher einzigartig und die DGAV übernimmt hier eine Vorreiterrolle bei der Stärkung der Patientensicherheit.“

Patientensicherheit und Qualitätssicherung sind Schwerpunktthemen des Kongresses Viszeralmedizin 2017, der vom 13. bis 16. September 2017 in Dresden stattfindet. Weitere Informationen unter www.viszeralmedizin.com.

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