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Mehr als 150 Menschen haben heute in der Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll des Schicksals von 4097 Patienten der ehemaligen „Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“ gedacht, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus der Klinik in Tötungs- und Verwahranstalten deportiert wurden.

Hamburgs Gesundheits- und Sozialsenator Dietrich Wersich enthüllte vor dem Walter-Behrmann-Haus (Haus 42) eine große Gedenktafel, die an die Deportation und Tötung der Patienten - darunter viele jüdische Bürgerinnen und Bürger sowie zwölf Kinder - erinnert. Bischöfin Maria Jepsen, Erzbischof Dr. Werner Thissen und Kantor Arieh Gelber gedachten der Opfer im Gebet.

Im Anschluss an die Enthüllung des Mahnmals wurde die Ausstellung „Wege in den Tod“ eröffnet. In den Vorträgen zum geschichtlichen Hintergrund standen die Anstalt Langenhorn, das Nationalsozialistische Euthanasie-Programm sowie die Frage der Menschenwürde im Mittelpunkt. Die Gedenkveranstaltung wurde gemeinsam von der Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll und der Asklepios Klinik Nord gestaltet.

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„Erinnerung an den dunklen Teil der Geschichte“

„Das Mahnmal soll alle Mitarbeiter der Klinik, aber auch unsere Patienten und Besucher an diesen dunklen Teil der Geschichte unserer Klinik erinnern“, sagte Priv.- Doz. Dr. med. Claas-Hinrich Lammers, Ärztlicher Direktor der Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll, anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel. Er würdigte dabei insbesondere die umfangreiche Aufarbeitung der Geschichte der Anstalt Langenhorn durch den ehemaligen Direktor der psychiatrischen Klinik, Professor Dr. Klaus Böhme, und Dr. Klaus Wunder von der Stiftung Alsterdorf. Beide hatten maßgeblich an der 1993 erschienenen Publikation „Wege in den Tod – Hamburgs Anstalt Langenhorn und die Euthanasie in der Zeit des Nationalsozialismus“ mitgewirkt. „Prof. Böhme und Dr. Wunder haben gemeinsam mit Historikern in mühevoller und leidenschaftlicher Arbeit Licht in das Dunkel der Geschichte unserer Klinik gebracht“, würdigte Dr. Lammers das Engagement von Prof. Böhme und Dr. Wunder.

Der Text auf der Gedenktafel:

Vom Gelände dieser Klinik aus wurden während der Zeit des Nationalsozialismus 4097 Patientinnen und Patienten im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie-Programms“ in Tötungs- und Verwahranstalten abtransportiert. 3755 von Ihnen, darunter viele jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, fanden dabei den Tod. Bei medizinischen Versuchen in der Kinderfachabteilung wurden zwölf Kinder getötet. Wir gedenken an dieser Stelle der Opfer. Ihr Schicksal bleibt uns Mahnung zum würdevollen und achtsamen Umgang mit jedem Menschen.

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