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Empfehlungen der Globalen Sturzleitlinie

1 Kommunikation mit sturzgefährdeten Patienten über Sturzrisikofaktoren

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Anders als in bisherigen Leitlinien wird die grosse Bedeutung der Einbeziehung der älteren Menschen betont: Ohne Eigenengagement sturzgefährdeter Menschen sei eine Sturzprävention kaum erfolgreich zu realisieren. Deswegen sei es wichtig, deren Sichtweise, Einstellungen und Prioritäten zu erfragen und zu berücksichtigen. Nur so könne man Motivation und Compliance für individuell angepasste Massnahmen der Sturzprävention erreichen.
Begründung: "Viele ältere Erwachsene haben ein geringes Wissen über die Ursachen und die Vorbeugung von Stürzen und haben eigene Vorstellungen über die Ursachen, das eigene Risiko und die Wahrscheinlichkeit künftiger Stürze. Wenn man ihre Vorstellungen kennt, hat man als medizinische Fachperson die Möglichkeit, Fragen zu beantworten, Missverständnisse auszuräumen und genaue Informationen über Stürze und deren Vorbeugung zu geben." (Leitlinie, S. 10)

Die Leitlinie empfiehlt, bei Gesprächen mit Patienten nicht die Worte "Angst" oder "Furcht" zu verwenden, die in der wissenschaftlichen Literatur geläufig sind, z.B. Angst, zu stürzen (fear of falling). Solche Formulieren könnten wegen der negativen emotionalen Besetzung der Worte zu fehlerhaften Antworten führen. Empfohlen werden neutralere Formulieren wie: "Haben Sie gelegentlich Sorge, zu stürzen?"

Maßnahmen zur Sturzprävention können zeitaufwendig und langwierig sein. Um eine gute Compliance zu erreichen, sollten ältere Menschen deshalb über den Nutzen und die Belastungen einer Sturzpräventionstherapie informiert werden, damit sie gut informiert ihre Teilnahmeentscheidung treffen können und eine entsprechende Motivation aufweisen (S. 20).

 

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